Raumakustik - Akustikputz sinnvoll?

Handwerklich gut gemacht, auch wenn ich mich immer noch wundere warum man bei dem Aufwand nicht gleich optional 5.1.4 eingeplant hat. Keine Kritik, ist dein WoZi wie es dir gefällt.

Entsprechen die Winkel / Anordnungen der Deckenlautsprecher einem Evaluationswinkel für Dolby Atmos?

Ansonsten bin ich gespannt wie das Ergebnis aussehen wird 🙂
 
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Handwerklich gut gemacht, auch wenn ich mich immer noch wundere warum man bei dem Aufwand nicht gleich optional 5.1.4 eingeplant hat. Keine Kritik, ist dein WoZi wie es dir gefällt.

Entsprechen die Winkel / Anordnungen der Deckenlautsprecher einem Evaluationswinkel für Dolby Atmos?
Musste meine Frau fragen :) die findet optisch Lautsprecher an der Decke doof. Ich wollte vier, sie wollte keine, arithmetischer Kompromiss ist zwei... Mir fällt gerade auf, dass ich vielleicht mit 8 hätte an den Start gehen sollen.

Die Atmos Speaker sind gegenüber der Berechnung von Dolby selber ein bisschen nach vorne versetzt. Die meisten Quellen, die mir wissend und einleuchtend schienen, haben das so empfohlen.
 
... uuund fertig.

Hat soweit alles prima funktioniert. Ich werde die Tage messen, heute habe ich keine Lust mehr.
Der Effekt ist wirklich Wahnsinn. Jetzt ist es gefühlt ein winziges Bisschen überdämpft, ich bin von dem Raum aber auch Kathedralen-Feeling gewohnt. Von der Größenordnung her, damit man es sich vorstellen kann: Die Couch habe ich zuletzt reingetragen, davor war es auf den Punkt perfekt. Die Couch ist allerdings mit zwei Großpackungen Dämmmaterial gefüllt. Das kann man noch ändern. Aber erst mal messen...

Optisch ist das Ganze finde ich über jeden Zweifel erhaben. Meiner Frau gefällt sowohl die Akustik als auch die Optik. Also Win an der Front.

Das ausführende Malerunternehmen hat sich hervorragend angestellt und wirklich gut mitgedacht. Außerdem total clean gearbeitet.

Ich habe gerade schon ein bisschen mit dem Atmos-Setup gekämpft. Ich habe aktuell noch keinen entsprechenden Bluray-Player. Wenn ich Netflix anwerfe, steht oben rechts "Atmos", der Fernseher steht auf Pass Through. Auf dem Marantz Receiver kann ich als Surround Mode aber kein Atmos auswählen, sondern nur DD+. Ist das normal? Die Deckenlautsprecher geben Ton wieder, ob das aber wirklich objektbasiertes 3D-Audio ist bin ich mir nicht so sicher. Klingt eher als ob die Dinger wie Bed Speaker angesteuert würden.

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DD+ müsste eigentlich Atmos sein. Das ist ein 5.1.2 Bed. Ob das jeder AVR als Atmos anzeigt, weiß ich nicht. Schau doch mal was an den Eingängen ankommt. D+M Geräte können das in der Regel. Wenn es dennoch nicht funktioniert ist das Problem meist eher Software-Implementierung der Wiedergabegeräte. Zudem zeigt Netflix oft Atmos, obwohl nur der Oton welches beinhaltet.
 
Danke, was meinst du mit D+M Geräte? Ja, Netflix und Atmos nur bei OV ist mir bekannt.
 
Denon & Marantz waren beide in der D+M Group bevor Sound United diese übernommen hat.
 
Ah ok, leider weiß ich a) nicht, wo ich das finden kann und b) funktioniert das on screen Menü bei mir nur, wenn ich den Receiver als Quelle für den Fernseher nutze. Umgekehrt habe ich aber die Streaming Apps auf dem Fernseher, so dass der dann als Quelle für den Receiver fungieren muss. Eventuell muss ich mich da noch genauer mit beschäftigen. Ich bin echt nur sehr oberflächlich im Thema.

Ich habe gerade neu gemessen. Leider hab ich das Bild unten unter 100Hz abgeschnitten. Da hat sich aber praktisch nichts geändert, was auch dem Messprotokoll vom DEKOZELL-Material selber entspricht.

Wir bewegen uns hier jetzt also so zwischen 0,35 und 0,6 Sekunden RT60. Wenn ich optimale Nachhallzeiten für Wohnräume oder Heimkinos google / GPTe, soll das eigentlich recht optimal sein. Mir ist es aktuell ein bisschen zu dumpf. Eventuell Gewohnheitssache?

Akustikdecke RT 60.png
 
Ja da gehe ich von aus. Mich wundert eher, dass oben herum dann doch noch so viel nachhallt. Ich find das Ergebnis im Mittelton aber super. Das entspannt Gespräche dermaßen. Ich merke immer, wie Gäste in den Räumen wo die Decke behandelt ist, ganz automatisch leiser reden.
 
Gestern habe ich Rebel Moon geschaut. 3d Audio funktioniert definitiv. Viele Effekte (Raumschiffe, Regen, ...) kamen glasklar von oben. Der größte Unterschied zu vorher ist aber Dialog. Wahnsinnig gut zu verstehen und Stimmen wie angenagelt. Die wanderten vorher stark herum. Ich fand den Sound einen Tick besser als in den meisten echten Kinos. Natürlich nicht in einer Liga mit top Heimkinos, aber sehr nice. Vom Bild meines LG G3 bin ich eh schon lange überzeugt. Jetzt brauche ich noch eine gute Käsesauce für Nachos, dann muss ich gar nicht mehr ins Kino.
 
Kondensmilch und der orange Scheiblettenkäse 😁
 
Ist mein Ernst :)
10%tige ungezuckerte Kondensmilch und dann nach belieben die Scheiben im Topf dazuschmelzen. Am Ende gestückelte eingelegte Jalapeños rein und es schmeckt wie im Kino. 😁
 
Da ich mich letzte Zeit sehr viel mit Raumakustik (Analyse, Planung, Simulation) beschäftige, war ich auf der Suche nach Info zum Thema Akustikputz / Dekozell und bin zufällig auf diesen Thread gestossen. Und das war glücklicherweise ein Auslöser nach vielen Jahren Abwesenheit zurück zum Forum und zu den alten netten Kollegen zu kommen.

Aber zur Sache.
Ich fand den bisherigen verlauf des Threads sehr interessant und obwohl das Thema scheint bereits abgeschlossen/erledigt zu sein, dachte ich, dass ich nachträglich noch ein paar interessante Infos und Ansätze beitragen kann.

Es geht um die Planung/Bestimmung von Typ und Mengen von Akustikelementen, die notwendig sind um eine für einen Bestimmten Raum empfohlene Nachhalzeit zu erreichen. Dabei wird sowohl das Volumen als auch Verwendungszweck des Raumes (Musikzimmer/Heimkino) berücksichtigt.

Dafür habe ich mir ein Exel-basiertes Tool programmiert (ich nenne es scherzhaft mein „Lebenswerk“), in dem ich eine Datenbank mit mehreren Tausenden von Akustikelementen namhafter Produzenten mit deren Absorbtionsdaten (Verlauf des Absorbtionsfaktor Alpha und Äquivalente Absorbtionsfläche) hinterlegt habe. Dadurch kann ich nach der passenden Kombination/Menge solcher Elemente suchen und die Auswirkung simulieren.

Und das habe ich beispielhaft für den in dem Thread diskutierten Raum gemacht. Ich habe die Raumgröße, Fenstergröße und die aktuelle RT60 Messungen übernommen und dazu ein paar Akustikmasnahmen simuliert.

Zuerst zum Thema welche RT60 Nachhallzeit wird für diesen Raum empfohlen (Tsoll)

Der Raum hat ca 130m3, also die passende Nachhalzeit Tsoll wäre ca 500ms. Hier sehen wir auch den passenden Toleranzbereich

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Wenn wir das mit der aktuellen Messung (orange) vergleichen, dann ist der Mittelton schon beinahe zu überdämpft, aber Bass und insbesondere Hochton imer noch etwas zu lebhaft.

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Wir könnten auch bewusst kürzere RT60 anstreben und kleineres Raumvolumen annehmen, so das wir 400ms anstreben

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Die genannten 400ms nehme ich als Basis und simuliere ich jetzt verschiedene Kombinationen, die den RT60 Verlauf etwas optimieren und in den Toleranzbereich drücken.

Ich fange mit einer Einfachen Lösung, die noch Fehlt: Gardinen

Ich habe die von JAB genommen und ausgerechnet, dass die Fenster/Gardinen ungefähr 27m2 abdecken würden.

So würde die RT60 sich mit den Gardinen verändern (die blaue Linie ist die Simulation)

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Und jetzt eine Variante ergänzt um Teppich 10m2 und zwei aktive Bassabsorber von PSI

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Und noch eine mit einer anderen JAB Gardine

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Oder Silent Gliss Gardine

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Also es ist schon wichtig die passenden Akustikelemente herauszufinden, um einen ausgewogenen RT60 Verlauf zu erreichen. Hier kann man das noch besser sehen, wenn man die einzelnen Alpha Verläufe vergleicht

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BTW. Oben sehen wir auch den Verlauf für den Dekozell Akustikputz

Das wäre eine Variante, wenn man ca 50m2 der Seitenwände mit dem Akustikputz verputzen würde

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Ich weis nicht, warum die letzten 6 Bilder nicht sichtbar sind, deshalb füge ich sie noch mal ein, und hoffe, dass Ihr mit deren Folge/Inhalt zurecht kommt.

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sieht super aus, @Pils !

das Verhalten der Nachhallzeiten verwundert bei dem Raum nicht - und ich sehe das auch nicht als Problem. Nach etwas Eingewöhnungszeit wird das sehr angenehm sein, insbesondere wenn man leiser hört.

Ein paar helle Vorhänge für die Fensterfronten würden das Ganze meiner Ansicht nach bei Bedarf optisch wie akustisch abrunden.

Sieht auf jeden Fall super aus und es freut doch umsomehr wenn auch die Bedürfnisse der anderen Mitbewohner (Frau, aber manchmal auch Kinder und Haustiere) erfüllt wurden.
 
Vielen Dank für die Beiträge!
Wir haben uns mittlerweile eingewöhnt. Heimkino macht richtig Spaß, Musik hören wir praktisch nie im Wohnzimmer und Konversationen sind jetzt mega entspannt. gerade das Weihnachtsessen mit den beiden Familien war total gut. es konnten mehrere parallele Gespräche am Tisch stattfinden und es wurde trotzdem nicht anstrengend.

Es bleibt jetzt erst Mal alles wie es ist. der lebendige Hochton stört mich nicht. den Bassbereich hätte ich zwar am liebsten gerne noch etwas bedämpft, aber das wird nicht passieren. ist auch nicht tragisch. Bei Filmen muss der Bass finde ich nur selten trocken auf den Punkt sein. Das ist für mich bei Musik sehr wichtig.

Die Käse Sauce ist voll in die Hose gegangen. Ich konnte mich nicht zu dem billigen Scheiblettenkäse durchringen und hatte es mit einem schmelzigen Bio-Chester probiert. Das hat hat nicht funktioniert.
 
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