Nahfeld Bass Array

Baltic_Power

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Moin zusammen,
ich plane ein Nahfeld Bass Setup direkt am Hörplatz und suche Erfahrungen aus der Praxis. Geplant ist ein links/rechts symmetrisches Array neben dem Hörplatz, jeweils sehr nah am Körper, mit Bässen, die nach innen auf den Hörplatz und zusätzlich nach außen vom Hörplatz weg spielen. Die nach außen gerichteten Subwoofer sollen mit Delay und invertiert laufen, um gezielt Raumeinfluss und Moden zu reduzieren. Also etwas in Richtung Bass Array oder aktiver Bassabsorber im Nahfeld.
Mich interessiert, ob jemand so etwas bereits umgesetzt hat und wie weit die Auslöschung realistisch wirkt. Ebenso spannend wären Erfahrungen zur optimalen Menge an Subwoofern.
Grüße
 
Warum baust du nicht direkt einen Cardiodid? Hast du Beispiele für solche Lösungen?
 
Ich vermute, der Ripol ist bekannt?

DBA-artig ist in so fern schwer, dass das Prinzip mit der Wellenfront nicht mehr wirken kann. Ich wüsste jetzt nicht wie das delay einzustellen wäre, wenn die Quelle keine Ebene ist, sondern ein Punkt im Raum... Wird Richtung Null gehen?
 
Warum baust du nicht direkt einen Cardiodid? Hast du Beispiele für solche Lösungen?
Top, das trifft mein Konzept ziemlich genau. Das Cardioid Prinzip ist genau das, wonach ich gesucht habe! Da werde ich mich auf jeden Fall einlesen. Vielen Dank für den sehr hilfreichen Hinweis!

Hast du praktische Erfahrung, wie viele Woofer man für ein Cardioid Setup braucht und wie hoch man die Woofer realistisch laufen lassen kann, während der Raumeinfluss noch gut unterdrückt wird?
Mich interessieren grobe Praxiswerte (z. B. 80, 120, 150 Hz)
 
Ein Bekannter hat erst die Dutch&Dutch nachgebaut und war damit auch vor Kurzem bei Hifi-Selbstbau eingeladen. Danach hat er PA-Tops und einen Bass dazu gebaut. Das scheint schon sehr überzeugend zu sein. Ich konnte letzten ein Paar Geithain ML811K1 hören und auch da lief das in einem kleinen Raum bis 80Hz richtig gut. Drunter haben dann Bässe übernommen, aber da waren auch einige PSI Audio AVAA Aktivabsorber verbaut, daher kann ich nicht genau sagen, was davon dem Cardiodid zuzuschreiben ist. In dem Geithain und dem Dutch & Dutch sind je nur ein Tieftöner verbaut soweit ich weiß. Bei dem PA-Top vom Bekannten ebenso. Der PA-Sub läuft glaube ich mit 3x 15", davon einer nach hinten gerichtet.
 
Ich war am Wochenende auf den Norddeutschen HiFi Tagen und habe dort einen Hörsessel gehört. Das war für mich eines der Highlights der Messe. Besonders beeindruckend war, dass es gelungen ist, den Bass außerhalb des Sitzbereichs deutlich zu reduzieren, außen herum war hörbar weniger Bass vorhanden. Wie der Bass direkt im Sitz im Detail klang, kann ich ehrlich gesagt nicht mehr sauber beurteilen, weil der Fokus und das Gesamterlebnis extrem krass waren. Das Prinzip scheint in der Praxis also tatsächlich gut zu funktionieren und das mit wahrscheinlich 4 Subwoofern.
 
schaue Dir die Berichte zum Aufbau der Kii Three oder Seven



 
Ich verstehe das so, dass der Delay für Zusatzchassis nicht fix ist, sondern vom Abstand zu Rückwand abhängt, damit es die Reflekxion des Hauptchassis durch zeitlich versetzte Reflexion canceln kann.

Uli Brüggemann hat mal so ein Konzept mit einem „Filter“ entwickelt, wo das Hauptchassis verzögert ein en zweiten Impuls schick, um durch die Verzögerung die Refektion des ersten Impulses am Hörplatz zu canceln
 
Ah, okay. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass primär der Chassis Abstand die maximal sinnvolle obere Grenzfrequenz bestimmt. Das notwendige Delay lässt sich mit einem flexiblen DSP entsprechend einstellen, dies sollte keine Herausforderung darstellen. In meinem Fall wäre das System links/rechts neben dem Hörplatz aufgebaut und nicht vorne/hinten, am Grundprinzip ändert das aus meiner Sicht nichts.
 
Kardioid Bässe sind in der PA-Technik etablierter Standard. Da findest Du massig Doku und Hintergrundwissen direkt mit jeder Suchmaschine. Da Du nach hinten einiges weniger an Pegel brauchst als nach vorne, ist zwei vorne, einer hinten wohl am weitesten verbreitet.

Dutch&Dutch macht das Ganze ja bis zu deutlich höheren Frequenzen, bis zum Hochtöner rauf mit der passiven Laufzeitverzögerung, beim Hochtöner geht's dann per Waveguide weiter. Constant Directivity also von (fast) ganz unten bis ganz oben. Lohnt sich, kann ich nur sagen.
 
Vielleicht noch zur Einordnung: Das Ganze ist im Moment mein Kopfhörerplatz. Die Idee wäre, genau dort ein Lautsprecher Setup aufzubauen, das ähnlich fokussiert, aber nicht diese im Kopf Ortung hat. Ich gehe davon aus, dass sich bei dem sehr geringen Hörabstand von ca. 80 - 100cm der Raum im Mittel-/Hochton bereits recht gut ausblenden ließe, weil der Direktschall klar dominiert und die Reflexionen entsprechend leiser sein sollten. Mit etwas Abstand zu den Wänden und gezielter Absorption ließe sich das vermutlich gut darstellen.

Im Bass ist die Situation natürlich schwieriger, da hier deutlich mehr Energie in den Raum geht. Deshalb die Überlegung. Konkret habe ich dabei Peerless SLS 8" im Kopf, pro Seite getrennt, also jeweils links und rechts neben dem Sessel: zwei Treiber nach innen und ein Treiber nach außen.

Mich würde interessieren, wie ihr das Verstärker und DSP seitig angehen würdet.

Meine Vorstellung wäre, das Ganze möglichst kompakt und standalone zu lösen. Ein DSP Verstärker mit ausreichend Kanälen, über den sich die Bässedirekt einstellen bzw. idealerweise auch antreiben lassen und darüber ein Breitbänder/FAST.

Am liebsten so, dass man einen DAP direkt anschließen kann, einen zentralen Lautstärkeregler hat und das System ohne PC oder zusätzliche Hardware funktioniert.
 
Dann würde ich mir so ein „Caffetischchien“ bauen und vor die Füsse stellen

Den Caffee brauchst du nicht rühren, der ist geschüttelt

IMG_1718.jpg

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Sowas (ähnliches) hatte ich auch (unter dem Schreibtisch direkt vor den Füssen). Echtes ">Nahfeld"

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Es funzt
 
Ich glaube du denkst zu kompliziert.

Wenn du unbedingt 2 oder 4 Subs ausprobieren möchtest, dann stelle sie einfach links/rechst, vorne/hinten um dich herum nach der 25/50/25% Regel

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Dann hast Du kein Ärger mit den Delays, Ansteuerung, bla bla..

Siehe auch

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image010.jpg
image011.jpg
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Aber mit 25/50/25

Und wenn es so einfach nicht funzt, dann kannst du immer noch kompliziert nachen
 
Die Idee mit dem Subwoofer ist gar nicht so abwegig, allerdings ist bei mir nicht viel Platz zu Rückwand.

Die Subwoofer sind etwas groß und die Proportionen passen nicht. Aber im Prinzip, kommt der Entwurf meiner Vorstellung ziemlich nahe.
 

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Ich nutze für diesen Einsatzzweck meinen Smyth Realiser A16. Was da in Mehrkanal und Dolby Atmos geht, ist der Wahnsinn. Im Dunkeln würde ich sagen, die Dinge passieren 2-5m entfernt. Gut platziert und ortbar. Es lassen sich auch unterschiedliche Hörräume darstellen und mit dem Headtracker bleibt der Sound auch bei Kopfdrehungen vor einem.
 
Ich nutze für diesen Einsatzzweck meinen Smyth Realiser A16. Was da in Mehrkanal und Dolby Atmos geht, ist der Wahnsinn. Im Dunkeln würde ich sagen, die Dinge passieren 2-5m entfernt. Gut platziert und ortbar. Es lassen sich auch unterschiedliche Hörräume darstellen und mit dem Headtracker bleibt der Sound auch bei Kopfdrehungen vor einem.
Welchen Einsatzzweck meinst Du?
I habe jestzt verstanden, dass es um Stereo geht und die Quelle ist einfach (Vorzugsweise) DAP. Also nix Multikanal. Nur Stereo (zwei Hauptlautsprecher im Nahfeld) mit einem sauberen, modenfreien Bass, so wie man es von einem Kopfhörer gewohnt ist.

Also minimalistisch so
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BTW. Die angedachten Breitbänder als Hauptlautsprecher würde ich dem Autor gleich ausreden :-)
 
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