K.I. für Car Hifi

iheartmazda

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Goran
Abend,

ich glaube das Thema ist mittlerweile allgegenwärtig, sowohl privat als auch beruflich nutze ich KI immer mehr. Ob Beschreibung einer AirBnB Wohnung, Umwandeln von Youtube Videos in Präsentationen, Blog Artikeln zu Podcasts usw.

Neuerdings quatsche ich mit Google Gemini über das Lautsprecher Setup in meinem Mazda. Insbesondere die 3L BR Kickbässe mit den 10cm Treibern waren der Einstieg, aber hab das mittlerweile auf alle anderen Lautsprecher als Produktberatung ausgeweitet. Noch habe ich nichts davon in der Praxis testen können, aber vieles klingt schon mal nicht schlecht und witzigerweise werden auch bestimmte Produkte korrekt erkannt und mit Begriffen aus der Alltagssprache recht akkurat bezeichnet. Die 10cm Kickbässe hat Gemini als Problem identifiziert und auch als "Werkströten" bezeichnet. Den 15" Sundown im Vergleich zu meinem 12" im GG und dem 8" im BR als "Abrissbirne" ziemlich korrekt beschrieben :D

Beeindruckend ist auch, dass man seine Klangvorzüge (bspw. Analytisch, Langstreckentauglich etc.) vorgeben kann und die Lautsprecher werden dann genau nach diesen Kriterien miteinander verglichen. Hier ein Beispiel:

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Hab mir die Fortissimo FF1 etwas genauer angesehen, wegen der sehr kompakten Größe und den engen Platzverhältnissen im Spiegeldreieck und dabei gegen meine vorhandenen Morel MT12 vergleichen. Die Morels habe ich bisher genau so auch empfunden.

Bei aller Begeisterung, ist KI nachtürlich nicht fehlerfrei. So wurden Produkte empfohlen, die es so gar nicht gibt "Steg W4". Als ich nach dem Link fragte wurde ich zum Onlineshop mit 4x 3" Steg Mitteltönern geführt. Somit reine Halluzination.

Hier noch andere Beispiele:

Ein Freund hat sich mit Chat GPT letztens eine Gehäuse berechnen lassen. Der KI Tipp war von rundem Port auf Slot-Port zu wechseln mit gleicher Abstimmung und der Woofer spielte den gleichen Pegel 17hz Tiefer.


In einer Facebook Gruppe hat jemand glaube ich REW Messungen exportiert und per KI korrigieren lassen, mit wohl brauchbaren ergebnissen.

Aktuell kommt das ganze sicherlich nicht an die Beratung eines langjährigen Fachhändlers heran, aber es ändert die Art und Weise wie man nach Produkten und Informationen sucht.

Ich finde das schon recht interessant. Habt ihr bereits in dem Bereich KI verwendet?
 
Beeindruckend ist auch, dass man seine Klangvorzüge (bspw. Analytisch, Langstreckentauglich etc.) vorgeben kann und die Lautsprecher werden dann genau nach diesen Kriterien miteinander verglichen
Äh, nein. Solche Art von Antworten sind 99% geraten oder Gemini hat irgenwo in irgend einem test in irgend einer Sprache diese Aussage gefunden. Oder in irgend einem Forum, ohne sinnvolle Basis.
 
Das hab ich auch mal ausprobiert, ChatGPT hat mit REW Plots gar nicht so schlechte Antworten geliefert (Ausprobiert: Phasenangleich, Delayempfehlung Impulsantwort, Distortionplots etc.), mit vielen Zitaten aus der REW Anleitung und gelerntem Verständnis dahinter. Auch Gehäuseempfehlungen anhand der T-S Parameter waren gut, nebst Abgleich unter anderem mit dem Klangfuzzi Forum (Obacht, die KI liest hier mit ;)).
 
@modder Er hat sich auf das Membranmaterial bezogen, wobei erfahrungsgemäß schlecht eingestellte Seidenkalotten oder Papiermembranen genau so nerven können. Aber am Ende, wenn du Googelst wühlst dich genau so durch tests, internationale Foren usw. durch und es bleibt zu hoffen, dass sich eine Komponente möglichst ähnlich in deinem Setup anhört. Sofern man (wie ich) nicht in der Lage ist, über die Datenblätter eine erste Prognose herauszulesen.
 
Ich nutze chatGPT momentan für die Recherche nach neuen Lautsprechern für zu Hause, schlägt mir dynaudio für die Kombination mit meinem Atoll vor. Ob‘s passt? Keinen Plan. Wäre ich auf dynaudio gekommen? Sicher nicht.

Nutzt ihr ChatGPT als Bezahlversion oder for free?
 
Da ich nie weiß wie die Fähigkeiten der Leute "am anderen Ende" sind, ist meine Erfahrung, dass Klangbeschreibungen von Menschen die ich nicht haaaalbwegs kenne, absolut für die Tonne sind.
Wenn man jemanden kennt, kann man zumindest halbwegs beurteilen wie man die Beschreibung einordnen kann.
Datenblatt ist Klassiker: Störstellen im Impedanzgang, Pegelverhalten unter verschiedenen Winkeln, Membranaufbrechen etc. Lieber die KI nutzen um wissen aufzubauen.
Für Produktvergleiche ist das üblicherweise total unbrauchbar ohne mega guten standard prompt.
 
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die Azubis in der Firma werden dazu "ermutigt" Aufgaben mittels KI zu erledigen. Die sind dann happy was rauskommt und finden das Ergebnis toll.

Ich schaue mir den Lerninhalt, die Aufgabenstellung und das sinnvoll erforderliche Fach- und Praxisrelevante Informationsgebiet zu der Aufgabe an und kann meistens nur mit dem Kopf schütteln was da vorgelegt wird.

Das Problem ist nicht das Werkzeug, sondern oftmals mangelndes Wissen und Erfahrung was man wie anwendet für ein gutes Ergebnis. Genau hier treffen oftmals (unerfahrene) Menschen denen Wissen und Erfahrung fehlt zur Beurteilung was wichtig ist auf eine Faulheitshilfe, die mittels schnellen Ergebnissen lockt und den eigentlichen Lerneffekt verhindert. Den Unwissenden fehlt schlichtweg das Grundverständnis von Grundlagen um gewisse Antworten bewerten zu können.

Wenn ich in KI Erzeugten Firmen-Präsentationen sehe wo weder die Schriftart, Größenverhältnis noch die Farbe von einem Firmenlogo passen - dann ist mit Corporate Identity, Markenrechte und geschützten Designs schon mal nix los in der Kiste. Wenn das dem Ersteller entweder nicht auffällt oder nicht stört, dann hat das auch eine Aussage.

Wenn ich auf KI erzeugten Bildern Felgen auf historischen Fahrzeugen sehe die hinten ein 5-Stern / "classic five Spoke" Design haben und vorne dann plötzlich einen 7-Zahn Dreieck drin weil die KI den Glanz/Schatten -Effekt nicht umrechnen konnte zum geänderten Blickwinkel / Grössenverhältnis, dann schüttle ich (angesichts Grundlagen im technischen Zeichnen und Erfahrung mit kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen von vor 25 Jahren) mit dem Kopf.

Wenn ich sehe das ohne eingehende Parameter-Prompt Vorgabe nachgequatschte Halbwahrheiten als Fakt oder Ergebnis dargestellt werden nur weil etwas in Foren/Medien/Artikeln (derzeit) im Netz oft genug geteilt/wiederrholt wird, bekommt meine Galle Produktions-reize. Da werden häufig verwendete Standart-Ausreden, Werbeversprechen, Wording und Framing schnell als Fakten dargestellt.

Menschen machen es sich gerne einfach und haben ungerne Unrecht- und genau da sehe ich das größte Risiko. Lasse faule oder desinteressierte Menschen das tun was Sie wollen - und dieses Ergebnis ohne Einwand, Kontrolle, Prüfung und Kritik anderen Menschen präsentieren... dann kann man unterschiedliche Bewertungen vorfinden. Die Faulen werden ggf garnicht merken was Ihnen fehlt und die schlauen/oder umsichtigeren werden eher lernen ruhig zu sein da zum Verständnis einer Kritik ja das Wissen und die Motivation zum Lernen-wollen bei dem Unwissenden fehlt.

Ja, wir werden wahrscheinlich schon im Hintergrund künftig eber mehr als weniger mit KI konfrontiert. Ja, gerade um mit der Zeit gehen zu können wird es wichtig sein den Umgang damit zu üben und lernen. Ja, die KI ruft sehr vielseitige Informationen ab und zeigt daher sehr schnell effektiv ein breites Spektrum an Informationen auf. Ja, eine KI kann in den künstlichen neuronalen Netzwerkstrukturen viel schneller, viel mehr, + komplexere Berechnungen / Simulationen durchführen als es das menschliche Hirn bei begrenztem Wissen, Wahrnehmungs- und Ethikfiltern oder mit 7 (oder 3-4, oder 5-9?) Chunks verarbeiten könnte.

Ich bin nur besorgt über den Erziehungs-Effekt bei Menschen (+der KI?) welche Informationsbasis als korrekt vorgegeben /angenommen wird und welche Sichtweisen / Informationen ausgefiltert oder nicht angezeigt werden, weil im Hintergrund eine gewisse Zusammenhänge nicht als Relevant berücksichtigt wurden und somit ein breites Dunkelfeld zur einseitigen Datendarstellung standartisieren.

Im Bezug auf HiFi und Lautsprechertechnik fehlt ja oftmals schon vom Hersteller die einheitlich zuverlässig vergleichbare Angabe zu dem tatsächlichen Frequenzschrieb und dem Frequenzgang unter Winkelabweichung zur Achse - abgesehen von der effektiven Real-Toleranz. Dann kommen beim Einbau unbenannte Filter in Form von Teilkammergehäusen und Plastikabdeckungen dazu und treffen dann auf unterschiedlich (Teil-)Reflektierende Oberflächen. Neigungswinkel der Frontscheibe? Tacho-Hügel? Kardanwellen-Mitteltunnel, Geometrie und Abmessungen vom akustischen Innenvolumen der (angebundenen) Fahrgastzelle für Resonanzen und stehenden Wellen? Eigene effektiv vorliegende Fahrzeugakustik im Einsatzgebiet?

Bei einer Mercedes S-Klasse wurden in der Entwicklung Radträgeraufnahmen Laser vermessen auf Schwingungen um die Radlagerbuchsen und deren Verhalten im angedachten Arbeitsbereich zu bestimmen. Die Aussagen und Funktion kann dahin sein wenn man Nachrüst-Ware mit anderen Eigenschaften verwendet. Der HK- oder Bose-Subwoofer wurde auf den Neuwagenzustand abgestimmt, nicht auf verbastelte Gebauchtwagen aus 3. Hand mit 200.000 km Laufleistung - oder wie er sich mit Bassboostet Trap mit gerissener Membransicke unter BT-Streaming anhört.

Mercedes hat im Lastenheft der Audio-Komponenten aber ganz konkrete Vorgaben gemacht was die Komponenten im EK kosten dürfen, mit welchen Produktionsschritten die Montage erfolgen darf/muss, wie eine Funktionsanalyse zur Fehlerkontrolle /QS ausgelesen werden muss einschließlich Stecker und PIN-Belegung oder wie die Bedienung für den Kunden/Nutzer auszusehen hat. Einschließlich der nicht-erwünschten Möglichkeiten um die angedachte Zielgruppe nicht zu überfordern und um Gewährleistungsanfragen durch falsche Bedienung / Zerstörung abzuwenden.

Physikalische Grundlagen sind immer solange gut, wie alle betreffende Gegebenheiten im entsprechenden Wirkungsverhältnis zueinander beachtet werden. Wer nach einem Volumen für einen Lautsprecher fragt, den interessiert nicht unbedingt das Verhalten nach Wellen- oder Strömungsmodell im Kammerverhalten. Wenn jemand den Frequenzgang eines Lautsprechers abfragt ohne auf die Einbau- und Abstrahlverhältnisse zu achten, weiss zum Teil garnicht wonach er fragen / suchen / eingrenzen sollte. Wenn jemand nach einem Verstärker sucht, dann sehen wir in allen Verstärkerklang-Nachfragen &Diskussionen das sich immer die gleichen Fallstellen auftun.

Ich sehe die KI als eine Möglichkeit, eine Meinung. Aber ich würde davon abraten, in den schnellen Aussagen mehr zu sehen ohne eingehende Gegen-Prüfung.
 
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Wenn wir nicht aufpassen, ist die moderne Menschheit in 5 Jahren so verblendet, dass wir nichts mehr selbst auf die Reihe kriegen. Während AI munter weiter ohne erfahrenes, echtes Wissen zusammengestückelten Bullshit produziert.
Das Schlimme ist, von AI-produzierter, unkorrigierter Prosa, "lernt" ne andere AI wieder - eine Art "Inzucht" quasi. Wohin das führt, ist bekannt...
Es gab mal ein Korrektiv für Wissen
Das waren Gelehrte, die Bücher verfassten, Ausarbeitungen korrigierten usw., auch online.

Der aktuellen und zukünftigen Flut an Content wird man eher nicht mehr Herr...
Bildung und Medienkompetenz sind wichtiger denn je!

JM2C, Jürgen
 
„Man sollte weder einer KI noch einem Menschen blind vertrauen. Der Spruch ‚Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit‘ stammt schließlich noch aus der Vor-KI-Ära
 
Oh je, KI ist die nächste Trigger-Technologie. Und ich versteh die Empörung, wenn man sieht wie es positioniert wird und gehyped. Aber mal ehrlich. Gibt 3d Druck einem Laien in die Hand und es kommt auch nix gutes dabei raus.

Unterm Strich ist es nur ein neues Tool und wird das Denken auch nicht abnehmen. Und da es ein neues Tool ist, find ich es spannend, ob ihr schon sinnvolle Anwendungsfälle im Car Hifi für euch gefunden habt.
 
Wenn wir nicht aufpassen, ist die moderne Menschheit in 5 Jahren so verblendet, dass wir nichts mehr selbst auf die Reihe kriegen. Während AI munter weiter ohne erfahrenes, echtes Wissen zusammengestückelten Bullshit produziert.
Denke ich nicht.
Die normalen Chat-KIs die die breite masse nutzt ist ja eigentlich nur ein besserer Ersatz für die eigene Internetrecherche und ein brainstorming tool.
mit viel anpassen kann man sie dazu bringen auch begrenzt mitzu"überlegen". Anders für mathematische oder EDV Themen, da ist die super.
Wenn man will, dass die KI kritisch überlegt und eigene Lösungen bringt, muss man mit Agenten arbeiten, da wird das alles schon deutlich besser.
Meine vermutung ist, dass die KI für die breite masse in den nächsten vermutlich 12-18Monaten eigenständig kritisch denken kann und somit auch auf eigene Lösungen kommt und nicht nur "nachplappert". Dann brauchts nur noch wenig "erfahrenes, echtes Wissen". und selbst das wird dann überdacht.

Aber ja, wenn die KI auf dem Level wie sie heute ist, stehen bleiben würde, dann stimme ich dir zu.
Passiert aber so nicht.
 
Man muss einfach wissen, wofür eine KI sehr gut und weniger gut geeignet ist und dass man bei einer komplexeren Aufgabe nicht das KI Ergebnis allein übernimmt, sondern immer mit einem anderen System gegencheckt. Ich habe schon viel Sachen mit KI produziert, die faktisch falsch waren.

Wofür eine KI aber wirklich gut ist, das sind Rechercheaufgaben. Wenn ich eine Information aus dem Internet benötige, habe ich meine Suchanfrage immer bei Google eingegeben und dann musste ich noch diverse Internetseiten durchackern. Diese Aufgabe kann KI bedenkenlos übernehemn. Es geht also nicht um die Übernahme von Gehirnleistung, sondern von Recherchearbeit. Genau so habe ich bisher immer zig Amazon-Reviews durchgelesen, um einen halbwegs zutreffendes Feedback zu bekommen. Das erledigt KI inzwischen, somit kann man viel Zeit sparen.

Ich finde, dass einfach ein bestimmtes Wissen nötig ist, wie und wo man KI zweckmäßig einsetzen kann. Aber dazu gehört auch, dass man die Grenzen kennt und nicht mit der Einstellung rangeht „KI übernimmt jetzt alles für mich“.

Interessant wird es in der Zukunft…nachdem sich KI gänzlich in der Gesellschaft etabliert hat, wird unser Schulwesen vermutlich etwas umgestelt werden müssen. Statt komplexe Aufgaben mit Gehirnleistung zu lösen, wird KI zur Unterstützung genommen (was ja auch der Realität entspricht und die Schule soll ja auf das Leben vorbereiten) und die eigene Gehirnleistung wird darin bestehen die KI zu bedienen, indem man einen komplexen „Promt“ (Eingabebefehl) entwickelt.

Ob man diese Entwicklung nun gut findet oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, das thematisiere ich nicht. Ich denke nur, dass es in diese Richtung gehen wird.
 
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