Nun, ich war zu Beginn nach dem Kennenlernen etwas irritiert, dass man gerne von seinen Kompetenzen und seinem Können schwärm. Da bin ich meist vorsichtig und schaue dann meist auch etwas "prüfender" hin. Er legte mit seinen Aussagen seine Messlatte hoch an. Die Messung fand am Vormittag statt, was mir etwas Zeit gab die Gegend zu erkunden.Magst das du das etwas ausführlicher beschrieben?![]()
Am Mittag kam ein Anruf für einen gemeinsam Lunch. Wir philosophierten über dies und das und jenes.
Am Nachmittag gings gemeinsam an seinen Standort zurück, um den Feinschliff zu machen und alles meinen klanglichen Bedürfnissen anzupassen. Schon auf der Fahrt zu ihm nach Hause überraschte mich, was die neue Einmessung und Einstellungen brachten. Bisher - mit meinen Einstellungen - war alles sehr undefiniert und ein Gemisch an Tönen. Es klang nicht wirklich schlecht, aber der Sound hatte in meinen Ohren immer etwas störendes drin. Als fehlten Informationen im Klang. Entspanntes Musikhören war anders. Keine Bühne. Keine Differenzierung und der Bass war oft eher am Limit, obwohl kein Punch da war.
Nach seiner Arbeit von Güven hatten die Stücke viel mehr Raum und eine schöne Bühne. Die Lautsprecher wirken irgendwie unangestrengter, aber dennoch mit Klarheit und mehr Druck. Ich würde auch sagen, dass es "trockener" klingt.
Zu Beginn war aber der Bass für mich zu dröhnend. Ich dachte mir, dass er nun den Bass etwas zurücknimmt und gut ist. Nein, er liess den Druck aufrecht und verschob die Phase um 1.2 Grad und siehe da, das Wummern war schon fast weg. Dann noch etwas die 25Hz Frequenz zurückgenommen und schon war der Bass trocken und kraftvoll. Damit liess er die Energie im Sub stehen, die man dann bei Perkussionen oder Seiteninstrumenten hören möchte. Das gefiel mir sehr gut, weil damit die Drums an Charakter gewonnen haben. Sie wirkten natürlicher.
Zu meinem Learning. Er hat für mich einen anderen Denkansatz bei den Lautsprecher. Er strebt eher nach einer leichten Masse der Membrane, als einfach ein grosser Magnet, welcher dann alles regeln sollte. Ähnlich dem Vergleich mit dem Auto. Ein schwerer Sportwagen mit viel PS, ist bei einer kurvigen Strecke nicht automatisch schneller. Da kann ein leichtes Fahrzeug mit weniger PS schneller sein. Man muss weniger Masse auf der Strecke halten, abbremsen und beschleunigen. So hatte ich es noch nicht gesehen, auch wenn's logisch ist. Ich hätte schon gar nicht einen Lautsprecher nach Membranenmasse ausgewählt.
Zweites Learning ist das Spiel mit den Frequenzen und Distanzen im DSP. Man kann die Leistung stehen lassen und mit anderen Parameter ein homogenes Bild erzeugen. Die Energie muss nur an den richtigen Ort und auf die richtige Art und Weise umgesetzt sein. Das braucht aber Erfahrung mit Filtern, Phasenlage und dem Tool selbst.
Am Ende gab es dann noch eine Vorstellung seiner neunen Prototyp Lautsprecher (https://scustic.ch/) fürs Wohnzimmer. Nur zwei 16er Breitbänder und einen Hochtöner ohne Weichen-Schnick-Schnack. Lediglich ein Kondensator zum Schutz der Hochtöner. Optisch schienen sie mir nichts besonders zu sein, aber klanglich irgendwie echt, natürlich, kraftvoll, präsent, impulstreu und ungefiltert. Es ist schwierig zu beschreiben. Vergebens suchte ich nach einem Subwoofer. Der Raum war kein typischer Demoraum. Eigentlich so ziemlich ungünstig mit parallelen Wänden, kein Teppich und wenig Decko. Und trotzdem funktionieren sie gut.
Ich hoffe es ausführlich genug beschrieben zu haben. Die Rechtschreibefehler schenke ich euch zu Ostern ;-)