Um wirklich zu beurteilen was an Leistung abgerufen wird, ist es sinnvoll eine Meteranzeige zu haben welche so abgestimmt ist das man bei 0dB volle Leistung ausgeben würde. Dann sieht man in der Aussteuerung wieviel Leistung wirklich abgerufen wird.
Wer sich den "alten" Lupo thread durchgelesen hat wird auf die Diskussion gestoßen sein was man so an Leistung benötigt.
Thema Endstufen.
Wer was wie hört möchte ich hier nicht diskutieren, nur ein paar technische Dinge.
- das "erste" Watt ist das wichtigste -> Bedingt, eigentlich sind die ersten mW die wichtigsten

Ein guter HT hat im Einsatzbereich über 88dB/1W/1m. Gemessene, bereits gehobene Abhörpegel im M/HT Bereich sind um die 80 dB. somit reden wir hier von 300mW und darunter am HT.
- Eine Endstufe hat je nach Konstruktion Übergangsverzerrungen die bevorzugt bei den Ausgangstreibern zu messen sind. Das ist im A/B und auch im class D so. ABER, diese Verschiebungen entstehen auch schon vor den Ausgangstreibern. Das eine ist gezieltes verschieben mit welchem man gezielt ein Klirrspektrum erzeugen kann, das andere sind Verschiebungen durch fehlanpassungen.
- Diese Verzerrungen, selektiv gemessen, werden geringer wenn die Spannung steigt, sieht man schön an 1 kHz Diagrammen wo erst der THD hoch ist, dann runter geht, dann wieder steigt. ABER, Intermodulation was ein Produkt der einzelnen Verzerrungen ist, steigt mehr an und generiert "Sound". Je nach Spektrum angenehm oder unangenehm.
- IMD steigt massiv an wenn die lineare Kennline der Bauteile verlassen wird und das ist in Abhängigkeit der Betriebsspannung gegeben. Ergo, Endstufen mit möglicher, hoher Leistung, bleiben länger Sauberer in Sachen IMD -> ABER, es gibt auch andere Methoden lange im Bereich der geraden Kennlinie zu bleiben als eine Endstufe mit vielen 100W zu verwenden. Nicht unbedingt ist die höhere Betriebsspannung gleichzusetzen mit mehr Ausgangsleistung.
- Eine über alles Gegenkopplung sorgt bei statischer Messung für schöne Ergebnisse da nicht der erste Impuls verwendet wird, in der Praxis sorgt sie für.... Ratet mal.....
- Bei einer Endstufe ist die Angabe von THD+N bei 1kHz "Sinnbefreit", denn man kann tatsächlich genau diesen Bereich optimieren und Verzerrungen durch Übernahmefehler/Anpassungsfehler passieren hauptsächlich bei höheren Frequenzen, die beisen dann auch so schön im Ohr
- Höherer Preis ist keine Garantie für besseren Sound oder Qualität, gutes Marketing ersetzt oft gute Qualität.
- Man gewöhnt sich an vieles, auch an schlechten Sound, Maßstab ist immer das was man bisher kannte und was man verglichen hat.
Hervorragendes Hifi kann man mit wirklich bezahlbaren Mitteln realisieren. Das passt vielen nicht, viele glauben es auch nicht, viele wollen es auch nicht wahrhaben.
Eine Hifi Anlage bas(s)iert auf Mathematischen und Physikalischen Grundsätzen und diese kann man verstehen und verwenden oder eben nicht.......
Schönen Rest Sonntag
