Stahlringe?

vodkamate

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Stefan
Moin,

aktuell spiele ich - ganz fuzzimäßig - mal wieder mit dem Gedanken, mir neue Lautsprecher für zu Hause anzuschaffen. Aktuell stehen ein Paar Dynaudios auf Position 1 der Wunschliste. Hier war ich drüber "gestolpert", dass die Contour 20 ihr TT Chassis auf einer Aluplatte montiert bekommen hat. Das wird hier im Carhifi auch gern umgesetzt und es heißt häufig, eine stabile Montage ist fast wichtiger oder zumindest ähnlich wichtig wie die Qualität des Chassis selbst.

Ich möchte das gern mal verstehen, was genau ist der Effekt, der mit der stabilen Stahl- oder Aluplatte unterbunden wird? Geht es schlicht um Masse und damit um Trägheit, dass sich nix bewegt, wenn das Chassis beginnt zu arbeiten? Oder geht es auch im Verwindung? Wenn Verwindung - weshalb? Tue mich schwer, mir das vorzustellen da die Bewegung der Membran doch uniaxial ist.

Danke und liebe Grüße
Stefan
 
Stell dir mal zwei gleiche Magneten vor, die auf einem Tisch liegen. Wenn ich beide gleichzeitig annähere, stoßen sich beide gleichzeitig ab und gehen gleich weit nach hinten. Hab ich jetzt einen schwereren Magneten und einen leichteren, so wirkt ja auf beide zwar die gleiche Abstoßkraft - der kleinere fliegt wegen seines geringen Gewichts aber weiter weg.
Im Lautsprecher ist das nicht anders: du hast den Korb+Magnet und die Membran+Spule, liegt nun eine Spannung an so stößt der Magnet die Spule, aber auch die Spule den Magneten weg... eben nur sehr wenig. Durch dieses gegenseitige Abstoßen hast du zwei exakt entgegengesetzte Kräfte, und entgegengesetzte Kräfte heben sich auf. Sorge ich nun dafür dass sich der Korb weniger nach hinten bewegen kann, indem ich Ihn massiv verbaue, ist der Membranhub ja exakt der gleiche, nur ein größerer Anteil der Bewegung kann zu Schall gewandelt werden. Also steifere Aufnahme = weniger Verluste
 
Ich glaub das Thema "Verwindung" kommt halt auch aus einer Zeit, wo man Holz-Ringe krum und schief auf 3D-geformte Türbleche gespaxt hat.
Ich denke, eine taumelnde Membran (viel Hub, assymetrische Volumen dahinter,...) ist da nicht gemeint... und würde ein Stahlring auch nicht lösen.
Dazu kommt halt dass Metrische Gewinde eine schönere und stabile Montage zulassen. (wenn man Chassis tauschen möchte).
Da wurden dann die verschiedensten Lochkreise in die Stahlringe gebohrt.

Die reine Masse von einem 3mm dicken und 5mm breiten Stahlring.... naja.
Bei solchen 20x20mm Rotgussmonstern kann es nochmal anders aussehen.
 
Ich hatte damals 40mm dicke Ringe, die 25mm breit waren. Das meine ich schon gehört zu haben.
5mm breite Ringe sind schon schwierig, weil man dann keine Bohrung für die Lautsprecher rein bekommt.

Lange Rede wenig Sinn. Die Massenträgheit wird damit beeinflusst- und das schon recht stark.
 
Schwingungsanregung der Frontplatte und Gehäuse wird verringert / bzw in nicht störbaren Bereich verschoben.
Das widerspricht sich IMHO.
Die Amplitude wird durch die größere Steifigkeit verringert.
Die Frequenz wird durch die größere Steifigkeit erhöht- hier meist in den hörbaren Bereich.
 
Die Frequenz wird, durch die Steifigkeit, massiv erhöht, das ist absolut richtig, jedoch verschiebst du die Stahl Reso im Regelfall in einen, für den TMT nicht mehr relevanten, hohen Bereich, wodurch sie somit wieder nicht angeregt wird.
Wenn sie doch im "Nutzbereich" sein sollte, ist sie a) entweder so klein, dass sie im Vergleich zur Nutzlautstärke nicht auffällt, oder b) durch etwas Alubutyl aufm Ring, sehr leicht wieder bedämpft :)
 
Ok.

Alle Antworten gehen für mich in Richtung Erhöhung der Trägheit // mehr Output.

Wenn ich die alte Gleichung Omega = Wurzel (c/m) ansetze, wird also die Masse m bei annähernd gleichbleibendem c erhöht und die Reso damit abgesenkt.
 
Mehr Masse und Steifigkeit --> Weniger Anregung vom restlichen Türblech.
Das Geht aber auch mit Kunststoff / Alu recht gut.
Bei Stahl hast du schon wieder den Nachteil, du bringst einen Ferromanetischen Werkstoff in die Nähe des Magneten des Lautsprechers. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da waren Stahlringe für Lautsprecher hier im Forum Tabu und "jeder konnte den Unterschied hören" ... lang lang ists her, damals waren Abstandsringe aus Aluminium noch sehr sehr selten, ich kann mich noch an einen sehr berühmten 4er Golf Umbau hier erinnern, und MPX mit Harz getränkt war State of the Art.
 
bei Aluminium geht es nicht um Masse sondern Steifheit und deutlich höherer Schwingungsresistenz im Grund- und Mittelton, auch wenn das eher billigere bzw Leichtbau Gehäuse betrifft. Es gibt auch Schiefer- Beton- oder Marmor Gehäuse, da ist das kein Problem aber bei Holz- oder MDF Gehäusewänden oder Frontplatten kann das schon Sinn machen - auch was die Verschraubung betrifft.

Mit interner Dämpfung mittels Holz/Faserplatten und Polyesterwolle und ordentlichen Verstrebungen sind Schwingungsresonanzen vom Gehäuse eigentlich kein großes Thema. Aber... das Auge liest auch im Datenblatt und Werbung mit, da machen sich Metalleinlagen immer gut. Spätestens wenn ein Lautsprecher länger spielt sind Metall-Schraubgewinde Sinnvoll wenn dieser nicht billig verklebt werden soll. Dann relativiert sich der Produktionsaufwand von Schraubeinsätzen und Verstrebungen gegenüber einer Alu- oder Metallplatte.
 
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